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Bun­des­tag beschließt Termin­ser­vice- und Versorgungsgesetz

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Ver­sor­gung wird bes­ser, schnel­ler und digi­tal­erBer­lin,  März 2019

Pati­en­tin­nen und Pati­en­ten sol­len schnel­ler Arzt-Ter­mi­ne bekom­men. Das ist Ziel des Geset­zes „für schnel­le­re Ter­mi­ne und bes­se­re Ver­sor­gung“ (Termin­ser­vice- und Ver­sor­gungs­ge­setz, TSVG).

Das Gesetz soll vor­aus­sicht­lich im Mai 2019 in Kraft tre­ten und ist im Bun­des­rat nicht zustimmungspflichtig.

Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Jens Spahn: „Unser Gesund­heits­we­sen braucht ein Update. Pati­en­tin­nen und Pati­en­ten sol­len schnel­ler Arzt­ter­mi­ne bekom­men. Sie haben auch auf dem Land Anspruch auf eine gute medi­zi­ni­sche Ver­sor­gung. Und sie ver­lan­gen zu Recht, dass wir ihnen mit digi­ta­len Lösun­gen den All­tag erleich­tern. In einem lebens­wich­ti­gen Bereich wie der Gesund­heits­ver­sor­gung muss der Staat funk­tio­nie­ren. Da bes­ser zu wer­den, ist das Ziel unse­res Gesetzes.“

Kern des Geset­zes ist der Aus­bau der Termin­ser­vice­stel­len. Sie sol­len zen­tra­le Anlauf­stel­len für Pati­en­tin­nen und Pati­en­ten wer­den und 24 Stun­den an 7 Tagen pro Woche erreich­bar sein. Par­al­lel dazu wird das Min­dest­sprech­stun­den­an­ge­bot der Ver­trags­ärz­te erhöht. In unter­ver­sorg­ten Gebie­ten müs­sen die Kas­sen­ärzt­li­chen Ver­ei­ni­gun­gen künf­tig eige­ne Pra­xen eröff­nen oder Ver­sor­gungs­al­ter­na­ti­ven anbieten.

Außer­dem wird der Leis­tungs­um­fang der gesetz­li­chen Kran­ken­ver­si­che­rung um zusätz­li­che Ange­bo­te erwei­tert und die Kran­ken­kas­sen wer­den ver­pflich­tet, für ihre Ver­si­cher­ten spä­tes­tens ab 2021 elek­tro­ni­sche Pati­en­ten­ak­ten anzubieten.

Zu den Rege­lun­gen im Einzelnen:

Pati­en­ten sol­len schnel­ler Ter­mi­ne bekommen

Termin­ser­vice­stel­len wer­den bis zum 1.1.2020 zu Ser­vice­stel­len für ambu­lan­te Ver­sor­gung und Not­fäl­le weiterentwickelt:

  • Auch Ter­min­ver­mitt­lung zu Haus- und Kin­der­ärz­ten und Unter­stüt­zung bei der Suche nach dau­er­haft ver­sor­gen­den Haus‑, Kin­der- und Jugendärzten;
  • 4‑Wochenfrist gilt auch für die Ver­mitt­lung ter­min­ge­bun­de­ner Kin­der­vor­sor­ge­un­ter­su­chun­gen (U‑Untersuchungen);
  • Über bun­des­weit ein­heit­li­che Not­dienst­num­mer (116117) 24 Stun­den täg­lich an sie­ben Tagen pro Woche (24/7) erreichbar;
  • In Akut­fäl­len wer­den Pati­en­ten auch wäh­rend der Sprech­stun­den­zei­ten an Arzt­pra­xen oder Not­fall­am­bu­lan­zen oder auch an Kran­ken­häu­ser vermittelt;
  • War­te­zeit auf eine psy­cho­the­ra­peu­ti­sche Akut­be­hand­lung darf maxi­mal nur 2 Wochen betragen;
  • Online-Ange­bot zu Termin­ser­vice­stel­len (damit Ter­mi­ne nicht nur tele­fo­nisch, son­dern auch online oder per App ver­ein­bart wer­den können);
  • Die Kas­sen­ärzt­li­che Bun­des­ver­ei­ni­gung regelt Nähe­res zur ein­heit­li­chen Umset­zung durch die Kas­sen­ärzt­li­chen Vereinigungen.

Ärz­te sol­len künf­tig mehr Sprech­stun­den anbieten

Das Min­dest­sprech­stun­den­an­ge­bot der nie­der­ge­las­se­nen Ärz­te wird ver­bind­lich erweitert:

  • Min­des­tens 25 Stun­den pro Woche (Haus­be­suchs­zei­ten wer­den angerechnet);
  • Die Kas­sen­ärzt­li­chen Ver­ei­ni­gun­gen infor­mie­ren im Inter­net über die Sprech­stun­den­zei­ten der Vertragsärzte;
  • Fach­arzt­grup­pen der grund­ver­sor­gen­den und wohn­ort­na­hen Ver­sor­gung (z.B.kon­ser­va­tiv täti­ge Augen­ärz­te, Frau­en­ärz­te, HNO-Ärz­te) müs­sen min­des­tens 5 Stun­den pro Woche als offe­ne Sprech­stun­de anbie­ten (ohne vor­he­ri­ge Ter­min­ver­ein­ba­rung); Bun­des­man­tel­ver­trags­part­ner ver­ein­ba­ren zeit­nah Einzelheiten;
  • Die Kas­sen­ärzt­li­chen Ver­ei­ni­gun­gen über­prü­fen die Ein­hal­tung der Ver­sor­gungs­auf­trä­ge ein­schließ­lich der Min­dest­sprech­stun­den künf­tig bundeseinheitlich.

Ärz­te wer­den für Zusatz­an­ge­bo­te bes­ser vergütet

Extra­bud­ge­tä­re Ver­gü­tung, Zuschlä­ge, Ent­bud­ge­tie­rung oder bes­se­re För­de­rung für:

  • Erfolg­rei­che Ver­mitt­lung eines drin­gen­den Fach­arzt­ter­mins durch einen Haus­arzt (Zuschlag von min­des­tens 10 Euro);
  • (Akut-)Leistungen für Pati­en­ten, die von der Termin­ser­vice­stel­le ver­mit­telt wer­den (extra­bud­ge­tä­re Ver­gü­tung aller Leis­tun­gen im Behand­lungs­fall und im Quar­tal sowie zusätz­lich nach War­te­zeit auf die Behand­lung gestaf­fel­te Zuschläge);
  • Leis­tun­gen für neue Pati­en­ten in der Pra­xis (extra­bud­ge­tä­re Ver­gü­tung aller Leis­tun­gen im Behand­lungs­fall und im Quartal);
  • Leis­tun­gen, die in den offe­nen Sprech­stun­den­zei­ten erbracht wer­den (extra­bud­ge­tä­re Ver­gü­tung aller Leis­tun­gen im Behand­lungs­fall und im Quartal);
  • Leis­tun­gen für über­nom­me­ne Pati­en­ten nach Ter­min­ver­mitt­lung durch einen Haus­arzt (extra­bud­ge­tä­re Ver­gü­tung aller Leis­tun­gen im Behand­lungs­fall und im Quartal)

Ärzt­li­che Ver­sor­gung auf dem Land wird verbessert

  • Obli­ga­to­ri­sche regio­na­le Zuschlä­ge für Ärz­te auf dem Land;
  • Struk­tur­fonds der KVen wer­den ver­pflich­tend und auf bis zu 0,2 Pro­zent der Gesamt­ver­gü­tung ver­dop­pelt; Ver­wen­dungs­zwe­cke erwei­tert (z.B. auch für Inves­ti­ti­ons­kos­ten bei Pra­xis­über­nah­men, etc.);
  • KVen wer­den ver­pflich­tet, in unter­ver­sorg­ten Gebie­ten eige­ne Pra­xen (Eigen­ein­rich­tun­gen) oder mobi­le und tele­me­di­zi­ni­sche Ver­sor­gungs-Alter­na­ti­ven anzu­bie­ten, wenn es zu wenig Ärz­te gibt;
  • Län­der kön­nen bestim­men, ob bestehen­de Zulas­sungs­sper­ren für die Nie­der­las­sung in länd­li­chen oder struk­tur­schwa­chen Gebie­ten ggf. ent­fal­len können.

Mehr Leis­tun­gen und bes­se­re Versorgung

  • Aus­schrei­bun­gen für Hilfs­mit­tel (z.B. Win­deln und Geh­hil­fen) wer­den abge­schafft. Dadurch wird sicher­ge­stellt, dass es bei der Ver­sor­gung mit Hilfs­mit­teln kei­ne Abstri­che bei der Qua­li­tät gibt.
  • Bei den Heil­mit­teler­brin­gern wer­den die Prei­se für die Leis­tun­gen der The­ra­peu­ten bun­des­weit auf dem höchs­ten Niveau ange­gli­chen. Die Hono­rar­ent­wick­lung wird von der Grund­lohn­sum­me abge­kop­pelt und ermög­licht stär­ke­re Hono­rar­stei­ge­run­gen als bis­her. Außer­dem soll es bun­des­weit ein­heit­li­che Ver­trä­ge geben, die Zugangs­be­din­gun­gen der The­ra­peu­ten zur Ver­sor­gung wer­den ver­bes­sert und die The­ra­peu­ten kön­nen unab­hän­gi­ger über die Behand­lung der Pati­en­ten ent­schei­den (sog. „Blan­ko­ver­ord­nung“).
  • Für jun­ge Erwach­se­ne, die an Krebs erkrankt sind, wer­den die Kos­ten von Kryo­kon­ser­vie­rung von den gesetz­li­chen Kran­ken­kas­sen über­nom­men. Durch die Kon­ser­vie­rung von Keim­zell­ge­we­be, Ei- und Samen­zel­len kann die­se Pati­en­ten­grup­pe auch nach einer Krebs­be­hand­lung noch Kin­der bekommen.
  • Arz­nei­mit­tel zur Vor­beu­gung einer Infek­ti­on mit dem HI-Virus („Prä­ex­po­si­ti­ons­pro­phy­la­xe, PrEP“) wer­den für Men­schen mit erhöh­tem Anste­ckungs­ri­si­ko von den gesetz­li­chen Kran­ken­kas­sen übernommen.
  • Die Ver­sor­gung mit Impf­stof­fen wird ver­bes­sert. Die Mög­lich­keit für Exklu­siv­ver­trä­ge mit ein­zel­nen Her­stel­lern über sai­so­na­le Grip­pe­impf­stof­fe ent­fällt und die Apo­the­ken­ver­gü­tung für die­se Impf­stof­fe wird neu geregelt.
  • Rei­ne Betreu­ungs­diens­te (wie Haus­halts­hil­fe, Gesprä­che füh­ren, gedächt­nis­för­dern­de Beschäf­ti­gung, Spa­zier­gän­ge, etc.) wer­den für die Leis­tungs­er­brin­gung von Sach­leis­tun­gen in der ambu­lan­ten Pfle­ge zuge­las­sen. Damit ver­bes­sert sich die Pfle­ge zu Hau­se, weil mehr Berufs­grup­pen zur Ver­sor­gung zur Ver­fü­gung stehen.
  • Die Ver­sor­gung mit Heb­am­men wird ver­bes­sert. Dem GKV-Spit­zen­ver­band wird die Auf­ga­be über­tra­gen, Ver­si­cher­ten im Inter­net (und per App) ein Such­ver­zeich­nis zu Kon­takt­da­ten und dem Leis­tungs­spek­trum von Heb­am­men anzu­bie­ten. Ehe­ma­li­gen Heb­am­men und Ent­bin­dungs­pfle­gern wird der Wie­der­ein­stieg in ihren Beruf erleich­tert. Kran­ken­häu­ser erhal­ten Unter­stüt­zung, um ihren Heb­am­men eine geeig­ne­te Kin­der-Betreu­ung anzubieten.
  • Die Fest­zu­schüs­se für Zahn­ersatz wer­den ab dem 01.10.2020 von 50 auf 60 Pro­zent der Kos­ten für die Regel­ver­sor­gung erhöht. Dadurch wer­den die Ver­si­cher­ten, die auf eine Ver­sor­gung mit Zahn­ersatz ange­wie­sen sind, finan­zi­ell entlastet.

Mehr Digi­ta­li­sie­rung in der Versorgung

  • Pati­en­tin­nen und Pati­en­ten wol­len ein­fach, sicher und schnell auf ihre Behand­lungs­da­ten zugrei­fen kön­nen. Dafür muss die elek­tro­ni­sche Pati­en­ten­ak­teAll­tag wer­den. Sie ver­bes­sert auch die medi­zi­ni­sche Ver­sor­gung. Des­halb ver­pflich­ten wir die Kran­ken­kas­sen, bis spä­tes­tens 2021 ihren Ver­si­cher­ten sol­che Akten anzu­bie­ten. Wer möch­te, soll auch ohne den Ein­satz der elek­tro­ni­schen Gesund­heits­kar­te mit Smart­pho­ne oder Tablet auf medi­zi­ni­sche Daten zugrei­fen können.
  • Im Krank­heits­fall ist den meis­ten Ver­si­cher­ten der „Gel­be Schein“ seit vie­len Jah­ren ein Begriff. Die­se Arbeits­un­fä­hig­keits-Beschei­ni­gun­gen sol­len ab 2021 von den behan­deln­den Ärz­ten an die Kran­ken­as­sen nur noch digi­tal über­mit­telt werden.
  • Apps kön­nen vor allem chro­nisch Kran­ken hel­fen, ihren Pati­en­ten­all­tag zu orga­ni­sie­ren. Des­halb erlau­ben wir den Kran­ken­kas­sen, in den struk­tu­rier­ten Behand­lungs­pro­gram­men für chro­nisch Kran­ke (DMP) digi­ta­le Anwen­dun­gen zu nutzen.

Ent­schei­dun­gen der Selbst­ver­wal­tung wer­den beschleunigt

  • Ent­schei­dungs­pro­zes­se in der Gesell­schaft für Tele­ma­tik (Gema­tik) wer­den effek­ti­ver gestal­tet, damit die Ein­füh­rung wei­te­rer Anwen­dun­gen der elek­tro­ni­schen Gesund­heits­kar­te und der Tele­ma­tik­in­fra­struk­tur zügig umge­setzt wird. Das Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Gesund­heit über­nimmt 51 Pro­zent der Geschäfts­an­tei­le der Gematik.
  • Die Bedarfs­pla­nungs-Richt­li­nie soll durch den Gemein­sa­men Bun­des­aus­schuss (G‑BA) zügig ange­passt wer­den. Hier­zu wird die Frist für die Über­prü­fung durch den G‑BA auf den 1. Juli 2019 fest­ge­setzt. Dar­über hin­aus wer­den die Kom­pe­ten­zen des G‑BA wei­ter­ent­wi­ckelt, damit die vor­han­de­nen Ver­sor­gungs­be­dar­fe noch bes­ser abge­bil­det wer­den können.
  • Ver­ein­fach­te Ver­fah­ren beim G‑BA zur Erpro­bung neu­er Unter­su­chungs- und Behand­lungs­me­tho­den: Her­stel­lern von Medi­zin­pro­duk­ten wird die Mög­lich­keit eröff­net, die wis­sen­schaft­li­che Beglei­tung und Aus­wer­tung einer Erpro­bung selbst in Auf­trag zu geben. Ent­schei­den Sie sich dage­gen oder las­sen sie die vom G‑BA gesetz­te Frist ver­strei­chen, ver­gibt der G‑BA den Auf­trag wie bis­her nach einem Ausschreibungsverfahren.

Mehr Trans­pa­renz in der Ver­sor­gung und in der Selbstverwaltung

  • Ver­si­cher­te sol­len wis­sen, wofür ihre Bei­trä­ge aus­ge­ge­ben wer­den. Wir ver­bes­sern des­halb die Trans­pa­renz bei der Ver­öf­fent­li­chung der Vor­stands­ge­häl­ter bei Kran­ken­kas­sen, dem medi­zi­ni­schen Dienst der Kran­ken­kas­sen (MDK) und den Kas­sen­ärzt­li­chen Ver­ei­ni­gun­gen sowie ihren Spit­zen­or­ga­ni­sa­tio­nen, schaf­fen kon­kre­te­re gesetz­li­che Vor­ga­ben für die Beur­tei­lung der Ange­mes­sen­heit der Ver­gü­tung durch die Auf­sichts­be­hör­den und begren­zen künf­ti­ge Ver­gü­tungs­stei­ge­run­gen bei den Spit­zen­or­ga­ni­sa­tio­nen auf Bundesebene.
  • Beschränkt wird auch der Ein­fluss von rei­nen Kapi­tal­in­ves­to­ren auf medi­zi­ni­sche Ver­sor­gungs­zen­tren (MVZ). So dür­fen Erbrin­ger nicht­ärzt­li­cher Dia­ly­se­leis­tun­gen künf­tig nur fach­be­zo­ge­ne MVZ grün­den. Auch die Grün­dungs­be­fug­nis für zahn­me­di­zi­ni­sche Ver­sor­gungs­zen­tren durch Kran­ken­häu­ser wird eingeschränkt.

Quel­le: Bun­des­mi­nis­te­ri­um für Gesund­heit Foto: Ingo Ton­sor @LeserECHO.de

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Min­dest­lohn steigt auf 9,35 Euro

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am

Der gesetz­li­che Min­dest­lohn steigt zum 1. Janu­ar 2020 auf 9,35 Euro je Stun­de. Anläss­lich der lau­fen­den Debat­te zur Höhe des Min­dest­lohns sag­te DGB-Vor­stands­mit­glied Ste­fan Kör­zell am Mitt­woch in Berlin:

„Die Min­dest­lohn­kom­mis­si­on berät in die­sem Jahr über die nächs­te Erhö­hung. Die Gewerk­schaf­ten wol­len einen armuts­fes­ten Min­dest­lohn, der zum Leben reicht. Die in der Debat­te genann­te Richt­grö­ße von 12 Euro ent­spricht aktu­ell ca. 60 Pro­zent des mitt­le­ren Ein­kom­mens bei Voll­zeit­be­schäf­ti­gung. Da die Arbeit­ge­ber in der Kom­mis­si­on eine Erhö­hung hin zu einem armuts­fes­ten Min­dest­lohn ableh­nen, muss die Poli­tik han­deln und das Niveau anpas­sen. Das Min­dest­lohn­ge­setz wird in die­sem Jahr eva­lu­iert, das soll­ten die poli­ti­schen Par­tei­en über Frak­ti­ons­gren­zen hin­weg ent­spre­chend nut­zen. Für wei­te­re, künf­ti­ge Erhö­hun­gen wäre dann wie­der die Min­dest­lohn­kom­mis­si­on verantwortlich.

Der Min­dest­lohn ist aber nur die unters­te Hal­te­li­nie, unter der kein Lohn in Deutsch­land gezahlt wer­den darf. Die Gewerk­schaf­ten wol­len zual­ler­erst Gute Arbeit und gute Löh­ne – und die gibt es nur mit Tarif­ver­trä­gen. Der Staat als größ­ter Auf­trag­ge­ber kann und soll­te mit Tarif­treue­ge­set­zen dafür sor­gen, dass sei­ne Auf­trä­ge aus­schließ­lich an tarif­ge­bun­de­ne Unter­neh­men ver­ge­ben wer­den und Tarif­ver­trä­ge leich­ter für all­ge­mein­ver­bind­lich erklärt wer­den können.“

Beim Min­dest­lohn gebe es laut Kör­zell immer noch mil­lio­nen­fach Betrü­ge­rei­en auf Arbeit­ge­ber­sei­te. „Das Poten­ti­al an kri­mi­nel­len Arbeit­ge­bern ist enorm. Des­halb müs­sen die Kon­trol­len – auch zum Schutz der ehr­li­chen Arbeit­ge­ber – ver­stärkt wer­den. Not­wen­dig sind mehr ver­dachts­un­ab­hän­gi­ge Stich­pro­ben durch die Finanz­kon­trol­le Schwarz­ar­beit (FKS). Die Beschäf­tig­ten soll­ten ihre Arbeits­zei­ten doku­men­tie­ren und Ver­stö­ße bei der FKS mel­den. Dafür braucht die beim Zoll ange­sie­del­te Behör­de (FKS) aber deut­lich mehr Per­so­nal. Der geplan­te Stel­len­auf­wuchs muss schnell rea­li­siert werden.“

Hin­ter­grund:

Die Min­dest­lohn­kom­mis­si­on besteht aus sie­ben stimm­be­rech­tig­ten Mit­glie­dern: dem Vor­sit­zen­den der Kom­mis­si­on und je drei Vertreter*Innen der Gewerk­schaf­ten und der Arbeit­ge­ber, sowie aus zwei nicht stimm­be­rech­tig­ten wis­sen­schaft­li­chen Mit­glie­dern. Laut Min­dest­lohn­ge­setz wird der gesetz­li­che Min­dest­lohn alle zwei Jah­re neu fest­ge­legt. Im Juni 2018 hat­te die Kom­mis­si­on emp­foh­len, den gesetz­li­chen Min­dest­lohn in zwei Schrit­ten zu erhö­hen. 2019 gal­ten 9,19 Euro, seit 1. Janu­ar die­ses Jah­res 9,35 Euro Min­dest­lohn. Die Min­dest­lohn­kom­mis­si­on wird Mit­te 2020 eine Emp­feh­lung für die wei­te­re Erhö­hung des gesetz­li­chen Min­dest­lohns ab 1.1.2021 aus­spre­chen. Sofern die Bun­des­re­gie­rung die­ser Emp­feh­lung zustimmt und sie per ent­spre­chen­der Ver­ord­nung umsetzt, wird die­se Emp­feh­lung dann der neue gesetz­li­che Min­dest­lohn ab 2021.


Stel­len­an­zei­ge:

Blog­ger und Anzei­gen­be­ra­ter gesucht (m/w/d).

Der Lese­rECHO-Ver­lag sucht bun­des­weit medi­en­po­li­tisch inter­es­sier­te Per­so­nen, die an dem Medi­en­pro­jekt Cross­me­dia 3.0″ mit­wir­ken möchten.

Neben inter­es­san­ten Ver­dienst­mög­lich­kei­ten war­ten noch zahl­rei­che Vor­zü­ge auf Sie. Ein­stiegs- und För­der­pro­gram­me ( müs­sen nicht zurück­ge­zahlt wer­den ), kos­ten­lo­se Schu­lun­gen, Akkre­di­tie­rung zu zahl­rei­chen Ver­an­stal­tun­gen ( Pres­se­aus­weis wird zur Ver­fü­gung gestellt ). Son­der­ra­bat­te auf Dienst­wa­gen und Smart­pho­nes sind eben­falls für Medi­en­be­ra­ter selbstverständlich. 

Der Lese­rECHO-Ver­lag arbei­tet auch Quer­ein­stei­ger ein. Ob haupt- oder neben­be­ruf­lich – wir pla­nen mit Ihnen zusam­men Ihre per­sön­li­che Medi­en­kar­rie­re. In unse­rem Ver­lag arbei­ten wir auch mit vie­len Kom­mu­nal­po­li­ti­kern zusam­men, die sich als Bin­de­glied zwi­schen Amt und Bevöl­ke­rung sehen. Über ein eige­nes Stadt­/­Stadt­teil- oder Gemein­de­por­tal kön­nen Sie Ihre Mit­bür­ge­rin­nen und Mit­bür­ger über wich­ti­ge regio­na­le und über­re­gio­na­le The­men  infor­mie­ren. Spe­zi­ell für Kom­mu­nal­po­li­ti­ker hat der Lese­rECHO-Ver­lag spe­zi­el­le Schu­lun­gen aufgelegt.

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Fami­li­en­leis­tun­gen Das ändert sich 2020

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Zum 1. Janu­ar 2020 tre­ten Ände­run­gen beim Kin­der­zu­schlag, beim Unter­halts­vor­schuss und bei den Kin­der­frei­be­trä­gen in Kraft. Von den Ver­bes­se­run­gen pro­fi­tie­ren ins­be­son­de­re Fami­li­en mit klei­nen Einkommen.

Für vie­le Müt­ter, Väter und ihre Kin­der ver­bes­sern sich zum Jah­res­wech­sel Leis­tun­gen vom Staat. Vor allem Fami­li­en mit klei­nen Ein­kom­men und Allein­er­zie­hen­de, die etwas mehr Unter­stüt­zung brau­chen, pro­fi­tie­ren. Eine Übersicht.

Allein­er­zie­hen­de, die vom ande­ren Eltern­teil kei­nen oder nicht regel­mä­ßig Unter­halt für ihr Kind erhal­ten, kön­nen Unter­halts­vor­schuss bean­tra­gen. So hilft die Leis­tung Allein­er­zie­hen­den, die finan­zi­el­le Lebens­grund­la­ge ihrer Kin­der zu sichern. Die Sät­ze wer­den zum 1. Janu­ar 2020 erhöht.

  • Für Kin­der bis fünf Jah­ren steigt der Unter­halts­vor­schuss um 15 Euro auf bis zu 165 Euro.
  • Für Kin­der zwi­schen sechs und elf Jah­ren beträgt der Unter­halts­vor­schuss künf­tig bis zu 220 Euro. Das ist ein Plus von 18 Euro.
  • Für Kin­der von zwölf bis ein­schließ­lich 17 Jah­ren liegt der Unter­halts­vor­schuss im neu­en Jahr bei bis zu 293 Euro, statt wie bis­her bei bis zu 272 Euro.

Zum 1. Janu­ar ent­fal­len beim Kin­der­zu­schlag die obe­ren Ein­kom­mens­gren­zen. Dadurch kön­nen auch Fami­li­en mit etwas höhe­ren Ein­kom­men Kin­der­zu­schlag bezie­hen. Das Ein­kom­men der Eltern, das über den eige­nen Bedarf hin­aus­geht, wird dabei nur noch zu 45 Pro­zent ange­rech­net, statt wie bis­her zu 50 Pro­zent. Bereits zum 1. Juli 2019 stieg der Kin­der­zu­schlag von maxi­mal 170 Euro auf bis zu 185 Euro pro Monat und Kind.

Zum 1. Janu­ar erhö­hen sich außer­dem die Kin­der­frei­be­trä­ge. Der Kin­der­frei­be­trag liegt künf­tig bei 5172 Euro. Der Betrag erhöht sich damit um 192 Euro. Eltern erhal­ten — je nach Ein­kom­men — ent­we­der Kin­der­geld oder die Frei­be­trä­ge für Kin­der bei der Ein­kom­men­steu­er. Dabei prüft das Finanz­amt, wel­che der bei­den Leis­tun­gen für Eltern güns­ti­ger ist.

Foto: Ingo Ton­sor @LeserECHO-Verlag


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Ab dem 1. März 2021 wird das neue EU-Ener­gie­la­bel für die Haus­halts­ge­rä­te­klas­sen Wasch­ma­schi­nen, Wasch­trock­ner, Geschirr­spü­ler, Kühl­ge­rä­te, Moni­to­re und TV-Gerä­te ein­ge­führt....

Lokal

Odys­sey of the Seas star­tet zur Emsüberführung

  Ein gro­ßes Ereig­nis in beson­de­ren Zeiten Archiv­fo­to: Ingo Ton­sor @LeserECHO.de Papen­burg, 26. Febru­ar 2021 – Das Kreuz­fahrt­schiff Odys­sey of the Seas...

Politik

Mar­kus Pasch­ke SPD: Tier­ver­su­che eindämmen

Mar­kus Pasch­ke stellt das Posi­ti­ons­pa­pier zur Ent­wick­lung und För­de­rung tier­ver­suchs­frei­er Alter­na­tiv­me­tho­den der SPD-Bun­des­tags­frak­ti­on vor Leer/Berlin - „Als zustän­di­ger Bericht­erstat­ter der Arbeits­grup­pe Bil­dung...

Politik

Coro­na — Locke­rungs­plan muss kommen

WIS­SING-State­ment: Stu­fen­plan der Bun­des­re­gie­rung muss jetzt bald kommen Zur Ankün­di­gung der Bun­des­kanz­le­rin nach einem mehr­stu­fi­gen Locke­rungs­plan, der Zulas­sung für Schnell­tests...

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Effek­tiv­zins: Das Preis­schild der Immobilienfinanzierung

Anbie­ter von Dar­le­hen zur Immo­bi­li­en­fi­nan­zie­rung müs­sen Ihnen einen effek­ti­ven Jah­res­zins ange­ben. Die­ser Effek­tiv­zins soll Ihnen hel­fen, unter­schied­li­che Kre­dit­an­ge­bo­te mit­ein­an­der zu...

Reisen

Tou­ris­mus in Deutschland

WIESBADEN – Die Coro­na-Kri­se hat die Tou­ris­mus­bran­che in Deutsch­land schwer getrof­fen: Im Jahr 2020 ver­zeich­ne­ten die Beher­ber­gungs­be­trie­be in Deutsch­land 302,3 Mil­lio­nen Über­nach­tun­gen in-...

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Die Deut­sche Fehnroute

Lang­ge­streck­te Fehn­dör­fer sind cha­rak­te­ris­tisch für die 173 km lan­ge Deut­sche Fehn­rou­te, die als Auto- und Rad­fahr­stre­cke her­vor­ra­gend in bei­de Rich­tun­gen aus­ge­schil­dert...

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Eine Rund­fahrt durch die Gemein­den Große­fehn, Hesel, Ihlow und Moorm­er­land, bei der man die ursprüng­lichs­ten „Ecken“ Ost­fries­lands, die male­ri­sche Fehn­land­schaft...

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“101 Din­ge, die man über Land­ma­schi­nen wis­sen muss”

  Was wiegt 18 Ton­nen und wur­de auf der Auto­bahn ertappt? War­um ist Schott­land für die Geschich­te der Land­ma­schi­nen wich­tig?...

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